vom 18.10.2005

"Songwriters" begeistern wieder Templiner Publikum
Templin (ch.) Die Show muss weitergehen! Das hatte sich wohl auch das Management von Tom Cunningham gedacht und am Sonnabend ohne den schwer erkrankten Gastgeber zu „Songwriters in the Round“ ins MKC eingeladen. Uwe Kolberg übernahm für den Freund die Gastgeberrolle und konnte gleich zu Beginn der musikalischen Runde eine „phantastisch gut aussehende Frau“ aus San Franzisco vorstellen: Shannon Callahan. Ihr Weg führte sie von den USA über Italien in die Schweiz und nun lebt sie seit einiger Zeit in Berlin.
Gleich neben der „Frau mit der tollen Stimme“ hatte ein „Dinosaurier“ Platz genommen: Tino Eisbrenner. „Er hat mit seinem Titel ,Ich sehe Dich‘ DDR-Geschichte geschrieben“, kündigte Kolberg den einstigen „Jessica“-Frontmann an. Heute lebt Eisbrenner auf einem Bauernhof bei Neubrandenburg und organisiert dort musikalische Events. Artig bedankte er sich für die „schönste Laudatio der Welt“ und wartete vergeblich „auf die goldene Henne“. Doch die Herzen der Zuhörer hatte er mit seinem Erfolgshit gleich eingenommen. Seit 25 Jahren steht er nun auf der Bühne und überzeugte nicht nur die weiblichen Fans mit außergewöhnlicher Stimme und ungewöhnlicher Fingerfertigkeit auf seiner Mundharmonika.
Regy Clasen passte ebenso hervorragend in diese Runde. Die junge Sängerin stammt aus Hamburg und der Soul ist ihr Metier. Mit Texten über die berühmte Schreibblockade („Man kann warten bis sie weggeht, man kann aber auch einen Song darüber schreiben“) und mit einem Titel, der vermuten ließ, dass sie zum Fremdgehen anstiften wolle („Das wird immer falsch ausgelegt“) zog sie die Zuhörer in ihren Bann. Ihren Song „Da werde ich sein“ widmete sie an diesem Abend speziell Tom Cunnigham.
Auf dem „berühmten fünften Stuhl“ begrüßte Uwe Kolberg in der ersten Runde das „musikalische Urgestein“ Beppo Pohlmann. Aus seiner Feder stammt beispielsweise der Gassenhauer „Kreuzberger Nächte sind lang“. Mit seinem neuen Album „Ich war mal schön“ ist der leicht Ergraute nun auf Tour und alle sechs Wochen in der Templiner Reha-Klinik zu Gast. „Nicht als Patient, sondern als Musiker“, wie er zu verstehen gab. Das habe seine Vorteile: „In der Woche bekomme ich in Berlin sowieso keine Mucke, da kann ich auch hier spielen. Es gibt regelmäßig Geld und bis zum Abendbrot bin ich wieder zu Hause“. Nach ihm nahm Anny Elstermann aus Lychen auf dem „Gästestuhl“ Platz. Schon im Juni diesen Jahres war die junge Sängerin bei der Songwriter-Runde im Schloss Boitzenburg zum Publikumsliebling auserkoren worden. Die 17-Jährige brachte nicht nur ihr erstes eigenes Lied, das sie für ihren kleinen Cousin geschrieben hat, sondern auch einen Song, „den ich das erste Mal vor Publikum singe“. Begleitet wurde die talentierte Sängerin durch „Hans die Geige“. Der hatte sich unter das Publikum gemischt und spontan in die Saiten gegriffen. Noch einmal kurz die Frisur aufgeschüttelt und dann konnten ihn die Gäste zusammen mit Uwe Kolberg erleben. Völlig aus der „Reihe“ sang an diesem Abend André Lawrenz. Der Kfz-Schlosser aus Kloster Zinna, geboren in Feldberg, präsentierte seinen „Fetisch Geld“-Song.
Applaus und stehende Ovationen für Gastgeber und Musiker waren berechtigt und Uwe Kolberg fiel anschließend ein Stein vom Herzen. „Es war phantastisch“, meinte er zufrieden.


Prenzlau aktuell

Artikel vom 19.10.2005

Musikalische Runde erlebt Ovationen
Neue und bekannte Gesichter bei Songwriter-Treffen

Templin (ch). Tino Eisbrenner – bekannt als ehemaliger Frontmann der DDR-Band „Jessica“ – gehörte am Sonnabend zu den Gästen der Reihe „Songwriter in the round“ im MKC. Der Templiner Musiker Uwe Kolberg nahm in Vertretung für den erkrankten Tom Cunningham die Gastgeberrolle ein und begrüßte auch Shannon Callahn und Regy Clasen aus Hamburg. Auf dem „Gaststuhl“ nahmen unter anderem Beppo Pohlmann mit „Kreuzberger Nächte sind lang“ und Anny Elstermann aus Lychen Platz.
Rund 200 Gäste ließen sich dieses außergewöhnliche Musikerlebnis nicht entgehen und bedankten sich mit stehenden Ovationen bei den Musikern.