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[Dies
ist ein Brief von Tom Cunningham, den er kurz nach der Fertigstellung
seiner CD "... a little time " geschrieben hat.] 
Liebe Freunde,
Koennt Ihr Euch noch
an diese epischen Bibel-Filme erinnern, deren Verfilmungen jahrelang dauerten?
"Years in the making!' lautetet immer der Werbespruch. Also, ich
habe gerade ein neues Album gemacht, und ehrlich gesagt habe ich dafuer
nur 11 Tage gebraucht. Vielleicht sollte ich damit jetzt angeben, so nach
dem Motto: "Hey, hier ist die CD, die ich vorletzte Woche gemacht
habe."
Okay, Spass beiseite,
es hat eigentlich schon etwas laenger gedauert, darueber nachzudenken,
das Ganze zu planen und natuerlich die Songs zu schreiben (Tom Cunningham
blickt treuherzig in die Kamera und sagt: "Mein ganzes Leben habe
ich dafuer gebraucht, dieses Album zu schreiben!"; und dann kommt
er mit der Nummer "Diese Songs sind meine Kinder" ...!). Wie
die meisten von Euch wissen, lebe ich seit 1997 in Nashville, und ich
dachte, es waere einmal an der Zeit, hier auch etwas fertigzustellen (mein
vorheriges Album war 1996 in Europa entstanden, eine CD mit dem Titel
"What If?" )
Alle Songs von "...a
little time" wurden seit 1997 hier in Nashville geschrieben; tatsaechlich
sind einige von ihnen ("A Little Time", zum Beispiel) kurz bevor
wir ins Studio gingen geschrieben worden.
Ich konnte es nicht
lassen, auch ein oder zwei "Off-beat" Songs einzubauen: z.B.
mein Tribut an Pete Best, den Drummer, den die Beatles 1963 feuerten,
um fuer Ringo Platz zu machen, "Chemistry." (Mich hat mal eine
komplette Band als Frontman sitzen lassen --- aber das ist eine andere
Geschichte). Hoert Euch Larry Chaneys erstaunlichen Knopfler-maessigen
licks in dieser Nummer an.
Nashville ist die
Hochburg der Co-Writer, und ich stelle ein paar beruehmte und talentierte
Co-Writer auf meinem Album "... a little time" vor. "The
Paint Ain't Even Dry" ist der erste Song, den ich gemeinsam mit Larry
Wayne Clark schrieb, und "Who's Countin' - I Am" ist der zweite,
glaube ich ... Ich denke, ich hatte genug Zeit, mich an die beiden Songs
zu gewoehnen und sie wirklich zu moegen, aber die anschliessenden Ergebnisse
unserer Zusammenarbeit waren ebenfalls echt gut. Ich habe "Who's
Countin' - I Am" zig Mal bei Writers' Nights und Gigs hier in Nashville
gesungen, und "The Paint Ain't Even Dry" nicht ein einziges
Mal. Hmmm, und was sagt uns das? Ich hab' keine Ahnung.
Ein weiterer hochbegabter
Co-Writer ist die wunderbare Debi Champion, die eine gute Freundin von
mir ist und als Co-Writer fuer "The Present" fungierte. Debi
ist ausserdem eine tolle Saengerin, ich hoffe, dass jeder irgendwann auch
mal ihre Version hoeren kann.
Ich hatte wirklich
Glueck, dass ich an jenem "schicksalsschweren" Wochenende im
Februar all diese phantastischen Musiker fuer das Album zusammenbekam.
Larry Chaney spielte schon bei den Aufnahmen fuer "What If?"
mit (er spielte diese tollen Solos von "Didn't Know Her Name"
und "Gambled On Your Love"). Zur Zeit kommt er ganz gross raus
als Mitglied der Band von Edward McCain, aber er kam extra von Texas angeflogen
fuer die Aufnahmen von "... a little time". Am dritten Abend
der Aufnahmen, nach einem guten mexikanischen Essen, nahm er eine griechische
Bouzouki in die Hand und spielte im orientalischen Stil zu "The Enemy
of My Enemy Is My Friend". Zufall? Hoert es Euch selbst an.
Was kann man ueber
Joe Bidewell sagen, was nicht schon gesagt wurde? Falls dieser Multi-Instrumentalist
mittlerweile noch nicht weltweit entdeckt worden sein sollte, so wird
dies bestimmt bald geschehen. Fuer "... a little time" spielte
er Akkordeon, Mundharmonika und auf dem Wulitzer Klavier; ich hab allerdings
so im Gefuehl, dass noch viel mehr Instrumente zu seinem "Waffenarsenal"
gehoeren. Jaw's harp, Fluegelhorn, Sousaphon, Triangel --- wuerde mich
alles nicht ueberraschen.
Dave Jaques arbeitete
mit John Prine zusammen, und ich hatte die Ehre, ihn kennenzulernen und
seine Mitarbeit fuer dieses Album zu erhalten. In Zusammenhang mit Prine
benutzte er den Ausdruck "ein zurueckhaltendes Genie", aber
das trifft auch fuer ihn zu. "Stand-up Bass", gespielt von einem
"Stand-Up Guy".
Es gibt viele Witze
ueber Schlagzeuger (z.B.: "Do you know how to tell if the drum riser
is level? When the drool comes evenly out of both sides of the drummer's
mouth!") Das trifft allerdings nicht auf den einfuehlsamen und redegewandten
Mr. Steve Emahiser zu, ein gebildeter und talentierter Mann, der, ja,
auch Drummer ist. Ich liess ihn sogar ohne Click-Track spielen; trotzdem
hat er die "Schlagarbeit" meisterhaft erledigt.
Die "Guest-Stars"
wollen wir auch nicht vergessen, und die Davis Sisters Amy und Katie sind
auch wirkliche Stars. Einige von Euch haben uns gelegentlich bei unseren
Gigs im Bluebird Cafe oder The Broken Spoke Songwriters Cafe in Nashville
gesehen, wofuer sie immer begeisterte Kritiken erhalten. Die Art, wie
ihre Stimmen harmonieren, ist wirklich Kunst, und sie lassen mich echt
gut aussehen (= anhoeren). Hoert sie Euch bei "Daddy's Shoes"
an.
Die nette Kimberly
Dahme half mir bei "That's What Good Lovin' Is" , " Private
Angel" und "You Know Who You Are". Sie ist sensationell,
und merkt Euch ihren Namen, denn sie hat eine grossartige Karriere vor
sich.
Eines Abends, als
ich auf dem Weg zum Douglas Corner Café war, schaffte ich es irgendwie,
ein Loch in meine akustische Gitarre zu bohren. Marc Kunkel reparierte
sie, und am naechsten Nachmittag war sie so gut wie neu. Die Haende eines
Chirurgen, die Seele eines Dichters. Oh ja, seine Mundharmonika-spiel
auf drei Songs auf "...a little time" ist, wie immer, hervorragend.
Ich moechte auch noch
Paul und Rita Gannon erwaehnen, die ein wunderbares kleines Studio haben
("Big Ears"/Nashville) und die Aufnahmen sehr angenehm fuer
uns gestalteten. Als ich Paul sagte, dass ich meine akustische Gitarre
und die Stimmen live auf den Aufnahmen haben wollte, ruempfte er nicht
die Nase, sondern fing sofort an, die Kopfhoerer einzustellen. Die Kopfhoerer
waren phantastisch. Ich haette mit diesen Kopfhoerern sterben koennen.
Aber noch sind wir
munter und lebendig. Ich hoffe, Euch gefaellt "...a little time"
so sehr, wie es uns gefallen hat, das Album aufzunehmen.
Wenn ihr es Euch angehoert
habt, tut mir einen Gefallen und lasst mich wissen, was Ihr davon haltet.
Tchüß,
auf Wiedersehen, and see ya later,
Tom
zum
Anfang
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